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Erasmus+-Fahrt des IB-Kurses nach Krakau 

Erasmus+-Fahrt des IB-Kurses nach Krakau 

Ein ganzes Jahr Planung war nötig, um die Erasmus+-Fahrt nach Krakau zu realisieren. Ende März war es schließlich so weit: Zwölf Schüler:innen des IB-Zweigs der Jahrgangsstufe Q1 machten sich auf den Weg, um Verbindungen zu anderen IB-Schüler:innen aufzubauen und unsere potenzielle Erasmus+-Partnerschule in Krakau zu erkunden.

Der Austausch startete mit einer Erkundung des historischen jüdischen Viertels Kazimierz. Eine Art Vorbereitung für unseren Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. In polnisch-deutschen Kleingruppen erschlossen wir uns die bewegte Geschichte dieses Stadtteils, was eine ideale Grundlage für die anschließende inhaltliche Arbeit mit den Schüler:innen des Gymnasiums VI. Adam Mickiewicz bot.

Im Fokus standen aktuelle gesellschaftspolitische Fragestellungen, die wir gemeinsam mit den polnischen Gastgebern diskutierten. Besonders intensiv war der Austausch über die Themen „Wehrpflicht und die zunehmende Militarisierung in Europa“. Es war beeindruckend zu sehen, wie unterschiedlich die Perspektiven je nach nationalem Kontext und nationaler Geschichte ausfallen können. Auch die Debatte zur „Kernenergie“ forderte uns heraus, komplexe Argumente auf Englisch zu strukturieren und die Standpunkte unseres Nachbarlandes besser zu verstehen – ein Kernaspekt des IB-Profils.

Neben der akademischen Arbeit kam das soziale Miteinander nicht zu kurz. Bei weiteren Erkundungstouren durch die Krakauer Altstadt lernten wir die Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln kennen. Die Lichter und Laternen, die die langen Straßen beleuchteten, die engen Gassen, die auf den Hauptplatz führten, und die Erkundung der jüdischen Friedhöfe und Plätze malten ein Bild einer Stadt, die ihre Schönheit feiert und sie gerne mit anderen teilt. Insgesamt war überall eine sehr einladende Atmosphäre vorzufinden. Ein gemeinsames Mittagessen mit der polnischen Klasse durfte dabei nicht fehlen: Bei traditionellen Pierogi wurden in lockerer Atmosphäre Kontakte geknüpft und Freundschaften vertieft, die hoffentlich noch lange über die Reise hinaus bestehen bleiben.

Der wohl prägendste Teil der Reise war der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die Führung durch das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager und die Möglichkeit, diesen Teil der Weltgeschichte mit eigenen Augen zu sehen, waren für uns alle eine wichtige und zutiefst bewegende Erfahrung. Man lernt vom Ausmaß dieser Ereignisse zwar jährlich im Geschichtsunterricht, doch wirklich verstehet man dies erst, wenn man auf den Schienen steht, so weit das Auge reicht nur Gitter, Gebäude und die verbleibenden Schornsteine sieht und sich die Schreie vorstellen kann. Oder wenn man selbst durch die Duschen geht oder die überbleibenden Reste der Haare, Kleidung und Eigentümer sieht. 

Zu der Zeit, als unsere Lehrer, Herr Uffmann und Herr Löcke, in unserem Alter waren, hatten sie noch die Möglichkeit, mit Holocaustüberlebenden zu sprechen. Diese Chance haben wir leider nicht mehr, weswegen diese Erfahrung so wichtig ist für unsere Generationen. Das Gedenken an die Geschichte muss durch solche Erfahrungen und Besuche aufrechterhalten werden, da es die einzige Möglichkeit ist, die Vergangenheit wirklich zu verstehen.

Leider war der nächste Tag schon der Tag der Abreise. Doch die Reise war ein Erfolg: Wir kehren nicht nur mit vielen neuen Eindrücken zurück, sondern haben auch den Grundstein für eine Partnerschaft zwischen unseren Schulen gelegt. Ein herzlicher Dank gilt allen, die dieses vom Erasmus+ teilfinanzierte Projekt ermöglicht haben.

Ella Christensen und Aaroosh Gotla, Q1




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