Eine Forschungsreise
Am 18. Dezember 2025 besuchte der gesamte Lateinkurs der EF den Bonner Weihnachtsmarkt, um den lateinischen Ursprüngen der Marktphänomene nachzuspüren. Und wir sind auf sehr viel mehr als das gestoßen:

Auf dem Münsterplatz steht eine Statue. Die heißt Statue, weil sie jemand errichtet hat (lat. statuit, „er/sie/es errichtet“).
(… das klang schon mal sehr nach den Römern, aber dabei blieb es nicht …)

Alle gehen über das Pflaster des Platzes, eine typisch römische Technik (lat. emplastrum), die aber mit einem griechischen Fremdwort benannt wird: emplastron.

Mit dem (Glüh:-))Wein übernahmen die Germanen auch die Begriffe der Weinherstellung von den Römern: Wein (v. lat. vinum), Kelch, Presse, Trichter, …, ursprünglich jedoch kommt das Wort „Wein“ vermutlich aus einer pontischen Sprache (vgl. Georgisch gwino, „Wein“).

Obwohl oft angenommen wird, das Wort Marzipan komme vom Lateinischen Marci panis (=„Brot des Markus“), geht es vermutlich auf das arabische Wort mautabān („sitzender König“) zurück.

Das Wort Mandel kommt über das Spätlateinische amandula, einer veränderten Form von amygdala, vom Griechischen amygdale. … die weitere Herkunft ist, laut Duden, „dunkel“ …
Das Wort Zimt können wir über lateinische (cinnamum) und griechische (kínnamon) Zwischenstationen bis in die semitischen Sprachen zurückverfolgen (vgl. Hebräisch qinnamôn, „Zimt“).
Vanille wurde über das französische vanille aus dem spanischen vainilla abgeleitet, was die Verkleinerungsform von vaina ist und „kleine Schote“ bedeutet; sie ist also nach ihren Fruchtschoten benannt.
Mit dem Herkunftswörterbuch von Duden in der Hand haben wir also festgestellt:
Wir stehen u. v. a. auf römischem Boden und leben in einer arabisch-deutsch-französich-griechisch-lateinisch-pontisch-semitisch-spanisch-und-noch-viel-mehr-ischen Welt und diese Welt – ganz egal in welchem „Dunkel“ ihre Ursprünge liegen – ist hell. Und es riecht gut.
(Benno Riegel, Max Wegner, Pierrot Maraite)

